Vorträge


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Vortrag: Update MIH 2023 – Neue Erkenntnisse und Möglichkeiten des Einsatzes von KI

Univ.-Prof. Dr. Katrin Bekes, MME

Univ.-Prof.in Dr.in Katrin Bekes, MME
Leiterin des Fachbereichs Kinderzahnheilkunde
Master of Medical Education
Universitätszahnklinik Wien GmbH
Sensengasse 2a, 1090 Wien
Tel.: +43 (0)1 40070-2801 
Fax: +43 (0)1 40070-2809
E-Mail: katrin.bekes@meduniwien.ac.at

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) ist mittlerweile neben der Karies die zweithäufigste Ursache für die Notwendigkeit von Restaurationen an Zähnen im Kindes- und Jugendalter. Kennzeichnend ist eine entwicklungsbedingte Schmelzbildungsstörung, die auf einer fehlerhaften Calcium- und Phosphateinlagerung durch die Ameloblasten während der Schmelzmatrixbildung und Schmelzreifung beruht. Die Therapie der MIH richtet sich nach dem jeweiligen Grad der Hypomineralisation und der vorhandenen Schmerzsymptomatik. Das Würzburger Konzept, das jüngst aktualisiert wurde, kann hier Behandlungsempfehlungen sowohl für betroffene Molaren als auch Inzisiven geben.

Der Vortrag soll ein Update zu rezenten Ätiologietheorien und den aktuellen therapeutischen Möglichkeiten der MIH geben sowie die Möglichkeiten des Einsatzes von künstlicher Intelligenz beleuchten.


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Vortrag: Kinderkrankheiten sind kein Kinderspiel: Orale & periorale Symptome

Dr.in med. dent. Nina Grabner

Pichlwangerstraße 19
4850 Timelkam
2340 Mödling
E-Mail: praxis@zahnarzt-grabner.at

Ein Kinderkrankheiten-Crashkurs für Zahnärzte: Die Identifizierung von Infektionskrankheiten kann für Zahnärzte oft herausfordernd sein, da ihnen häufig das nötige Wissen über die Krankheitsbilder und deren orale Symptome fehlt.

Ein 50-minütiger Überblick zur Erkennung der oft unterschätzten Kinderkrankheiten, die in Einzelfällen schwerwiegende Komplikationen hervorrufen können.


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Vortrag: Revitalisierung bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und Pulpanekrose

Prof. Dr. Kerstin Galler

Prof.in Dr.in med. dent. Ph.D. Kerstin Galler

Klinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Klinikdirektorin
Glückstraße 11
91054 Erlangen
E-Mail: kerstin.galler@nk-erlangen.de

Die Revitalisierung stellt eine etablierte, alternative Behandlungsoption zum apikalen Verschluss (MTA-Plug) bei bleibenden Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum und Pulpanekrose dar. Dabei wird nach Desinfektion des Wurzelkanals eine Einblutung erzeugt, die zur Gewebeneubildung führen kann. Frühe Fallberichte zeigten einen Abschluss des Wurzelwachstums nach dieser Behandlung, was zu der Annahme führte, dass damit die Regeneration der Pulpa induziert werden kann. Während mittlerweile nachgewiesen ist, dass es meist zur Ausheilung durch Reparatur und zum Einsprossen ektopischer Gewebe kommt, hat sich auch gezeigt, dass die Erfolgsaussichten nach Revitalisierung ähnlich sind wie nach apikalem Verschluss.

Eine Stabilisierung dünner Wurzelkanalwände durch Hartgewebsanlagerung ist möglich, bleibt jedoch wenig vorhersagbar. In diesem Vortrag wird die Revitalisierung mit den daraus erwachsenden Möglichkeiten, aber auch den bestehenden Limitationen diskutiert.
 


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Vortrag: Mensch in der Krise

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, MSc

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Lalouschek, MSc

Fasholdgasse 3/7
A-1130 Wien
Email: w.lalouschek@thetree.at
Web: www.thetree.at
Web: www.my21.at

Psychische Erkrankungen und andere Symptome von Belastungen wie Schlafstörungen und psychosomatische Symptome haben in den letzten Jahren massiv zugenommen. Doch warum fühlen sich immer mehr Menschen so belastet, was ist der größte Stress für Menschen, wie kommt es zu diesen Krisen?

Anhand von Erkenntnissen aus Hirnforschung und Stressforschung erkennen wir die wesentlichen Unterschiede zwischen positivem und krankmachendem Stress, die Grundlagen von Motivation und Selbstsicherheit auch in schwierigen Zeiten, die Möglichkeiten optimaler Regeneration und wie wir uns die Fähigkeit erhalten mit Krisen umzugehen und gestärkt daraus hervorzugehen.


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Vortrag: Der kieferorthopädische Beitrag nach Extraktion von MIH-befallenen Molaren

Univ-Prof. Dr. Adriano Crismani

Univ.-Klinik für Kieferorthopädie Innsbruck
Aichstraße 35
2340 Mödling
Tel.:  +43 50504 - 27 194
E-Mail: adriano.crismani@i-med.ac.at
Web: www.zmk-innsbruck.at

Die Extraktionstherapie mit anschließender kieferorthopädischer Mesialisierung der zweiten Molaren stellt eine erprobte Behandlungsmöglichkeit von Molaren, welche von einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) befallenen sind, dar. Dies ist besonders bei einem ausgeprägten Schweregrad der Hypomineralisation mit schlechter Langzeitprognose der MIH-Molaren sowie dem Vorliegen von günstigen Faktoren für einen kieferorthopädischen Behandlungserfolg indiziert.

Die Extraktion von MIH-befallenen Molaren sollte jedoch nicht allein von dem (Kinder-)Zahnarzt/ der (Kinder-)Zahnärztin oder dem Kieferorthopäden/ der Kieferorthopädin getroffen werden, sondern immer in Absprache und nach eingehender interdisziplinärer Diagnostik. Für den Erfolg der kieferorthopädischen Extraktionstherapie ist die Wahl des optimalen Zeitpunkts sowie der geeigneten Mechanik von grundlegender Bedeutung.

Diese Aspekte werden im Laufe des Vortrages erläutert und anhand von Literaturstellen erörtert sowie von klinischen Beispielen dargestellt.


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Vortrag: Künstliche Intelligenz in der Zahnmedizin – Chancen und Risiken

Univ.-Prof. Dr. Falk Schwendicke, MDPH

Univ.-Prof. Dr. Falk Schwendicke, MDPH.

Direktor, Abteilung für Orale Diagnostik, Digitale Zahnheilkunde und Versorgungsforschung
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Aßmannshauser Str. 4-6
14197 Berlin
E-Mail: falk.schwendicke@charite.de

Lünstliche Intelligenz (KI) durchdringt unser Leben – und hält auch in der Zahnmedizin Einzug. Der Vortrag wird beleuchten, wie insbesondere im Bereich Bildanalyse KI einen Beitrag für die Zahnmedizin leisten kann und wie sie durch frühzeitigere Diagnose auch neue Therapiepfade eröffnen kann.

Weiterhin werden Sprachmodelle wie ChatGPT und der Trend hin zu einer datengetriebenen „Präzisionszahnmedizin“ besprochen.


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Vortrag: CSC (Calcium Silicat Cemente) bei nekrotischen, unreifen Zähnen

Dr. med dent. Richard Steffen WBA KZM SSO

Praxis Dr. Richard und Claire Steffen
Rathausgasse 39
CH-8570 Weinfelden
E-Mail:  dr.richard.steffen@gmail.com

CSC, MTA und MTA Derivate, Biokeramiken, hydraulische Silikatzemente: Dies alles sind Begriffe für Materialien aus der gleichen Familie. Moderne Pulpa erhaltende Therapien sind ohne diese Materialien nur unvollkommen umsetzbar.

Dies gilt auch für die regenerative Endodontie und die Endodontie bei schwierigen Bedingungen (offenem Apex, Resorptionen, schwere Traumata).

Der Vortrag gibt einen Überblick zu den heute auf dem Markt verfügbaren Materialien und gibt Empfehlungen welche Produkte für welche Therapie geeignet oder eben nicht geeignet sind.  


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Kariesprävention durch Ernährung – Braucht es eine Entwöhnung von der süßen Droge Zucker?

PD Dr. med. dent. Christian Tennert

PD Dr. med. dent. Christian Tennert


Universität Bern
Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin
Freiburgstrasse 7
CH-3010 Bern
E-Mail: christian.tennert@zmk.unibe.ch

Geprägt durch die Infektionstheorien wurde und wird Karies immer noch vornehmlich als „Infektionskrankheiten“ betrachtet, mit der Konsequenz, dass viele aktuelle Therapiestrategien auf rein antibakterielle und plaquereduzierende Massnahmen fußen. Die Ernährung wird dabei oft nicht betrachtet. Gerade im Kindesalter findet die Prägung auf den süssen Geschmack statt.  Mit Mundhygienemassnahmen kann die Entstehung von Karies zwar in gewissem Masse gehemmt werden, aber auch dies hat seine Grenzen. Die Ernährungsgewohnheiten haben sich im Laufe der Menschheitsgeschichte von den Jägern und Sammlern bis zur heutigen «modernen» Ernährung mit vielen Einflüssen aus der Nahrungsmittelindustrie stark verändert.

Neuere ätiologische Studien, die vor allem die Ökologie der Mikrobiologie und Ernährungsinterventionen betrachten, belegen mittlerweile den Einfluss der Ernährung auf Karies, aber auch Gingivitis und Parodontitis. Der Vortrag wird die Bedeutung der Ernährung bezüglich Karies. Dabei scheint die typische Ernährung der westlichen Industrieländer die Entstehung von Karies, aber auch Gingivitis und auch Parodontitis zu fördern und zudem ursächlich für diverse andere Erkrankungen, u.a. Adipositas und Diabetes mellitus Typ II.
 


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Vortrag: SDF und Hall Technik - bewährte Technik oder Zahnheilkunde für die 3. Welt?

Dr. med. dent. Ulrike Uhlmann

Dr.in med. dent. Ulrike Uhlmann 
 

Praxis Dr. Fischer und Kollegen*innen
Ritterstraße 4
04442 Zwenkau

Die frühkindliche Karies ist weiter auf dem Vormarsch und mehr als zwei Jahre Pandemie mit ausbleibender Gruppenprophylaxe, dem Wegfall des regelmäßigen Zahnarztbesuches und/oder des Zähneputzens in den Kindergärten haben die Situation weiter verschärft. Wir als Zahnärzt*innen sehen uns zunehmend mit sehr jungen Patienten*innen konfrontiert, die schon aufgrund ihres Alters manche konservierenden Maßnahmen nicht zulassen. Auch die Behandlung in Intubationsnarkose ist, gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zu dieser Sedierungsform keine Standardlösung. Wir müssen also in der Kinderzahnheilkunde Wege finden, besonders junge Patienten*innen, und/oder Patienten*innen mit eingeschränkter Kooperation mittels atraumatischer Methoden zu behandeln. Die Anwendung von Silberdiaminfluorid (SDF), die HALL-Technik oder auch eine Kombination aus beiden Methoden kann eine hilfreiche Therapieoption für spezialisierte, aber auch allgemeinzahnärztliche Praxen sein. Karies kann damit sicher arretiert, die Kooperation gesteigert und die Zähne vital erhalten werden. 
Der Vortrag soll einen Überblick über diese beiden Behandlungsmöglichkeiten geben, deren Anwendung erläutern, Limitationen aufzeigen und beide Techniken im Gesamtkontext der konservierenden Therapieoptionen einordnen.


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